UNGARN 1998
13. September 1998
Luxemburg-Passau
Es war dies die erste Ungarn-Reise, die der S.P.G.L. seinen Mitgliedern
anbot.
Rückblickend muß nebenbei erwähnt werden, daß die eigentliche Idee und
die sich anschließenden Anregungen zu dieser ungewöhnlichen Reise beim letztjährigen Banquet
Démocratique in Altwies vorgebracht wurden von Freund Willy Reis, der im nachhinein die ganze
Vorarbeit hierzu leistete mit allem Drum und Dran, in guter Zusammenarbeit mit
Generalsekretär Georges Neu und Finanzchef Charles Manderscheid. So konnte der
S.P.G.L .schließlich nach gründlicher Planung und Ausarbeitung aller
Einzelheiten zu einer vielversprechenden Reise einladen. Diese überaus
preiswerte Ungarn-Reise mit ansehnlichem Programm fand gleich viel Interesse und
prompt liefen die Anmeldungen an. Am 13. September war es dann endlich soweit.
Frühmorgens gegen 6 Uhr fanden sich 68 Reiselustige am Hauptquartier der
Gendarmerie auf Verlorenkost ein und nahmen Platz im Luxusbus der Firma Emile Weber.
Die ersten Reiseeindrücke waren ganz positiv: komfortabler Reisebus, geschätzter Fahrer
Gert Bohr am Steuer, guter Bordservice durch Kordula, Gerts Gemahlin, flotte
Musik und Unterhaltung, erfahrener Reiseleiter Willy Reis, nette
Mitreisende.........alles stimmte. So vergingen die ersten Autobahn-Kilometer
wie im Fluge. In Landau in der Pfalz wurde eine kleine Kaffeepause eingelegt und
gegen Mittag trafen wir in Rothenburg ob der Tauber ein zum Mittagessen und
anschließend zu einer kurzen Stadtbesichtigung. Danach ging die Fahrt weiter über
die Autobahn an Nürnberg und Regensburg vorbei, nach der Grenzstadt Passau, wo
wir im Hotel Holiday Inn reichlich zu Abend aßen und nach dem fälligen
Verdauungsbummel durch die schöne Fußgängerzone der Altstadt, übernachteten.
14.September
Passau-Ballatonfüred
Am nächsten Morgen ging es weiter quer durch Österreich, vorbei an
Wien, nach Ungarn. Interessante Videofilme über Melk, Wien, Budapest, Puszta usw. verkürzten
die Fahrt. Problemlos verliefen die Zollabfertigung und der Geldwechsel an der
ungarischen Grenze. Wir fuhren an Györ vorbei und bald erreichten wir das Städtchen
Komarom. Im gastwirtlichen Hotel-Restaurant-Juno machten wir gleich
Bekanntschaft mit der pikanten Ungarischen Küche: an Marillenschnaps, Wein und
Speisen fanden wir direkt Gefallen. Nach dem opulenten Mittagessen bei flotter
Musik reisten wir weiter in südlicher Richtung nach Balatonfüred am
Plattensee, auch noch Balaton oder Ungarisches Meer genannt. Es ist der größte
Binnensee Mitteleuropas. Hier bezogen wir für drei Nächte Quartier im direkt
am Seeufer gelegenen Hotel Füred.
15. September
Budapest
Nach dem Büffetfrühstück stand ein Tagesausflug nach Budapest auf dem
Programm. Im Bus begrüßte uns gleich Elisabeth, eine ungarische Reiseleiterin, die uns
allerlei interessante Informationen über Land und Leute vermittelte und uns
auch während der Stadtrundfahrt, sowie der Besichtigung aller Sehenswürdigkeiten,
die dazugehörenden Erklärungen gab. Die Besichtigung der rasanten
Donaumetropole mit ihren vielen schönen Brücken, imposanten Bauwerken, wie
Parlament- und Parlamentsgebäude in Budapest. St.Stephan-Basilika, Burgpalast, Milleniumdenkmal usw.
hinterließ einen nachhaltigen Eindruck. Für Shopping und Stadtbummel in der Pester Innenstadt
war nach dem Mittagessen vorgesorgt. Zum Abschluß des Nachmittags blieb noch
die Besichtigung der Fischerbastei und der Matthiaskirche im hügeligen
Budaviertel
16.September
Heviz,Kestzhely, Tihany
Unserheutiger Tagesausflug führte uns nach Heviz.
Der bekannteste ungarische Kurort
liegt an einem großen Warmwassersee und ist ein idealer Ort für therapeutische
Behandlungen. Das dortige Thermalbad mit seinem vielfältigen Angebot, wie
Kuren, Massagen, Sauna, Fitness, Rehabilitation, Wellness, Schönheitsfarm,
weckte viel Interesse, besonders bei manchen schon Rheumageplagten,
Kreislaufgestörten oder auch sonstigen Kurbedürftigten unserer Gruppe. Später
war die Besichtigung des Barockschlosses in Keszthely fakultativ. Schloßpark,
Bibliothek, Möbel, Gemälde und andere Dekorationsstücke waren
besichtigungswert. Auch lohnte sich ein Spaziergang durch die neue Fußgängerzone
oder über den naheliegenden Markt. Zum Mittagessen kehrten wir in einer
Tscharda ein. Es sollte ein besonderes Erlebnis werden. Hier war alles in
Ordnung: ungarische Spezialitäten, süffiger Wein und feurige Zigeunermusik
waren ein Hochgenuß. Ferner fuhren wir zur Tihany-Halbinsel und nach der
Besichtigung der höher gelegenen Abteikirche, statteten wir der Klosterbrauerei
einen längeren Besuch ab, schmeckten viel Bier und Appetithäppchen, so, daß
wir am nachfolgenden Abendessen nur mäßig zulangen konnten.
17.September
Estergom, Donau-Knie, Szentendre, Eger
Unser Aufenthalt am schönen Balaton war zu Ende, aber weiter
ging unsere Busfahrt in nördlicher Richtung, nach Estergom. Schon von weitem war die riesige
Kuppel der Basilika sichtbar, die über hundert Meter hoch auf einem Hügel steht, von wo
aus sich ein herrlicher Rundblick bot, auf die jenseits der Donau gelegene
slowakische Stadt Stúrovo und auf die am Ende des Zweiten Weltkrieges
gesprengte, sogenannte Freundschaftsbrücke, die früher in die Slowakei führte.
In der mächtigen Basilika, die eine kleine Ähnlichkeit mit dem Petersdom hat,
bewunderten wir die Bakócz-Kapelle aus rotem Marmor und in der Schatzkammer,
Reliquien, Kirchengewänder, Kelche und sonstiges Kirchengerät. Nach einem
kurzen Gang über den örtlichen Markt, setzten wir unsere Fahrt fort am
Donau-Knie entlang - so genannt, weil der Fluß hier nach einer langen Ostwärtsreise plötzlich scharf
nach Süden abbiegt - nach Szentendre. Hier wurde zu Mittag gegessen, alsdann schlenderten
wir durch die verwinkelten Straßen der Stadt, in der sich vor Jahren viele Künstler
niederließen. Mit einer Fähre, deren Auffahrtsrampe unserem Busfahrer einige
Probleme bescherte, setzten wir über die Donau, fuhren an Gödölö vorbei,
wo“Sissi“ längere Zeit verweilte, und erreichten am späten Nachmittag mit
willkommenem Geleit der ansässigen Polizei, die viel besuchte Stadt Eger, oder
in Deutsch Erlau benannt, berühmt wegen ihrer Badekultur und ihrer
ausgezeichneten Weine. Im renommierten Hotel Flora logierten wir die nächsten
zwei Tage.
18.September
Tarnamera/Heves
Ein ortskundiger Stadtführer begleitete uns vormittags durch die
Altstadt und zeigte uns deren Sehenswürdigkeiten: Domkirche, Minarett, Burg mit
Panoramablick und Münzmuseum. Nachmittags war der Besuch des Polizei- und
Gendarmeriemuseums in Tarnamera vorgesehen. Anschließend waren wir im Polizeipräsidium
eingeladen, wo uns Oberst Dr. Francscis Otto, der lokale Polizeichef, feierlich
begrüßte und uns Häppchen, Kuchen und Wein anbieten ließ. Georges Neu
bedankte sich im Namen aller Gäste für den herzlichen Empfang, und
Erinnerungsandenken wurden ausgetauscht.
19.September
Hortobagy-Puszta
DieEntdeckung einer der vielfarbigsten Landschaften Ungarns war ein Erlebnis
besonderer Art. In dem kleinen Ort Hortobagy mit der neunbögigen Brücke,
bekamen wir im dortigen Hirtenmuseum einen ersten Einblick in das wahre Leben
der Puszta. Danach war sonder Zweifel die zwar windige Kutschenfahrt durch die,
durch nächtlichen Regen aufgeweichte Grassteppe der Ungarischen Tiefebene, ein
Höhepunkt unserer Reise. Der Nationalpark Hortobagy bewahrt wahrlich
eizigartige Besonderheiten: Ziehbrunnen, langhörnige Graurinder, Zackelschafe
mit gezwirbelten Hörnern, Pferde-Dressurvorführüngen......Hier muß übrigens
auch erwähnt werden, daß allein Mme Marthe Thilgen-Reuland es wagte in den
Sattel zu steigen und mutig für die Photographen posierte. Bravo!
Nach dem Besuch einer Schwarzkeramik-Werkstatt kosteten wir in einer
Puszta-Tscharda ein spezielles Hirtenmenu und Pusztawein bei echter
Zigeunermusik. Nach der Rückkehr ins Hotel blieb noch Zeit für einen kleinen
Stadtspaziergang, Shopping, Kofferpacken, oder auch noch für ein Heilwasserbad
im Therapieflügel unseres Hotels.
20.September
Komarom,Prag
Es war der letzte Tag unseres Ungarn-Aufenthalts.
Schon früh starteten wir zur
langen Fahrt von Egern, via Budapest, nach Komarom, wo wir, wie schon auf der
Anreise, zu Mittag speisten, im selben geschätzten Restaurant. Hernach dauerte
es noch lange bis wir die slowakische Grenze erreichten. Auch kosteten die
Zollformalitäten hier viel Zeit und Geduld. Nach 6okm durch die Slowakei
gelangten wir an die tschechische Grenze. Die Zollabfertigung geschah hier
problemlos und weiter strebten wir Prag zu, wo wir ziemlich spät im
Komfort-Hotel Forum ankamen.
21.September
Prag
Prag ist wirklich eine Reise wert. Das können sicher alle
Mitreisenden bestätigen
nach der ganztägigen Stadtbesichtigung unter der Leitung eines kundigen Führers.
Die tschechische Metropole hat sehr viele besuchenswerte Stadtviertel und
interessante Sehenswürdigkeiten zu bieten: Hradschinplatz, Burg, St.Veitsdom,
Goldmachergäßchen, Wenzelplatz, Karlsbrücke, Altstädter Brückenturm,
Rathaus mit der berühmten Rathausuhr usw. Im Restaurant Rotisserie trug man uns
ein apartes Menu auf, nachdem hier zwei Vertreter der tschechischen Polizei uns
begrüßten und wilkommen hießen. Nach dem sukkulenten Mittagessen konnten wir
noch durch die Goldstadt schlendern, Sight-seeing oder Shopping machen. Eine
abendliche Moldauschiffahrt mit Abschiedsbuffet beschloß diesen unvergeßlichen
Tag.
22.September
Prag - Luxemburg
Eine herrliche Reise ging zu Ende. Es war der letzte Tag unseres freundschaftlichen
Beisammenseins. Aber auch der lange Rückweg, der nur durch den obligaten
Mittagsaufenthalt in Wernberg und die „Zi-Pis-Pausen“ an Rastplätzen
unterwegs, unterbrochen wurde, war nie langweilig. Die Herren Kneip, Pierson,
Schartz erheiterten die Gemüter mit den allerletzten Witzen und humorvollen
Anekdoten. Ehrenpräsident Camille Rock erzählte uns auch noch über Entstehung
und langjährige Verbandstätigkeit des S.P.G.L. Anschließend erfolgten
anerkennende Dankreden, an unseren tüchtigen Fahrer Gert Bohr, an unseren unermüdlichen
Reiseleiter Willy Reis, an den vorsorglichen S.P.G.L (Präsident, Generalsekretär,
Kassierer, Komiteemitglieder), ohne sie wäre diese Reise nicht möglich
gewesen. Auch Gert Bohr, unser zuvorkommender Fahrer, bedankte sich herzlich für
das Entgegenkommen, die Disziplin, Pünktlichkeit und Hilfsbereitschaft aller
Mitreisenden. Abschied nehmen fiel uns wirklich schwer. Abschließend möchte
auch ich noch zusätzlich danken im Namen aller Mitglieder und Freunde des
S.P.G.L. für diese wunderbaren dreizehn Tage, die wir in kameradschaftlichem
Einvernehmen verbrachten.
Fernand Rischard
|